Meine langjährige Arbeit als selbständige Hebamme und die damit einhergehende vertrauensvolle Verbindung mit dem Elternpaar hat mir einen tiefen Einblick in Beziehungsthematiken ermöglicht. Durch die zwangsläufigen Anpassungen während der Elternjahre werden Paare ganz besonders herausgefordert, und dies hat meine Neugier auf Beziehungs-Dynamiken geweckt und mich motiviert, nach realistischen und praktischen Lösungen für einige der vermeidbaren Fallstricke zu suchen.
Aber was ermöglichte dem einen Paar, relativ harmonisch durch die Herausforderungen der frühen Elternschafts-Jahre hindurch zu navigieren während andere Paare sich in dieser Zeit mit eklatanten Beziehungsdefiziten und der daraus resultierenden Entfremdung abkämpfen mussten?
Mein Interesse in Beziehungs-Dynamiken wuchs und ich war sehr motiviert, weitere Studien zu dieser Thematik aufzunehmen. So begann die Suche nach praktischen und realistischen Lösungsansätzen zu den Beziehungs-Kümmernissen, die ich in meiner Zeit als Hebamme erlebt hatte.
Ich hatte das Glück, während meines interessanten und umfassenden Studiums bei Relationships Australia in Newcastle und Sydney, Australien, von exzellenten Lehrern betreut zu werden.
Während der Ausbildung las ich mit großem Interesse Bücher des Psychologen und erfahrenen Paartherapeuten Harville Hendrix aus den USA. Ich finde, dass seine Imago-Therapie mit meinen eigenen Beobachtungen übereinstimmen und von besonderer Relevanz ist für Paare mit wiederkehrenden, teils zerstörerischen Streit-Dynamiken. Speziell hilft das Imago-Modell, die Verbindung zwischen früheren Kindheitserfahrungen und aktuellen Beziehungsmustern herzustellen. Es erklärt, warum wir häufig Partner auswählen, die ähnliche Reaktionen in uns hervorrufen wie damals einflussreiche Personen unserer Kindheit (meist Eltern, aber durchaus auch andere). Wenn wir beginnen, diese Reaktionen aus dem tiefen Inneren zu verstehen, öffnet sich die Tür zu neuen Erfahrungen und Einsichten in der jetzigen Beziehungssituation.
Paare entwickeln oft ein zirkuläres Verhaltensmuster miteinander. Sie verheddern sich in einen „Tanz um ein Thema“ der sich immer wiederholt. Nach einer Weile wird es schwierig, sich daraus zu befreien obwohl beide spüren, dass der Tanz sie unweigerlich wieder in die Sackgasse führt. Wenn wir therapeutisch miteinander arbeiten versuchen wir, diese Muster, diesen Tanz zu enthüllen. Wir entdecken die individuellen Motivationen dahinter und verstehen deren Konsequenzen für den Beziehungsdialog. Damit unterbrechen wir den korrosiven Prozess und erlauben dem Paar, vielleicht zum ersten Mal, „konstruktive Variationen des Tanzes“ miteinander zu entwickeln.
Jeder Beteiligte lernt, vorgeformte, emotionell beladene Reaktionen frühzeitig zu erkennen und sich selbst zu zuordnen anstatt den anderen zu beschuldigen. Dadurch löst sich ein Großteil des Druckes der so schwer auf der Beziehung lastet. Die wirklichen Probleme in der Beziehung können nun fairer, respektvoller und konstruktiver behandelt werden können. Nun ist auch die Zeit gekommen zu erwägen, ob eine Beendung der Beziehung letztendlich für beide die bessere Alternative sein könnte. Weitaus die meisten Paare werden aber nun die Vision für ihre Beziehung verfeinern und, Schritt für Schritt, tiefe Romantik neu entdecken.
Eines der Markenzeichen ganzheitlicher Geburtshilfe ist Flexibilität, und so ist es auch in der Paartherapie. Der Einfluss von Imago, gepaart mit meiner Erfahrung als Hebamme und meiner Ausbildung als Therapeutin, hat im Laufe der Jahre ein Arbeitsmodell geprägt, welches sich wohltuend auf meine Klienten auswirkt. Ob Einzelpersonen oder Paare, sie sprechen in der Regel sehr gut darauf an und sehen sich in der Lage, relativ zügig zu konkreten Ergebnissen zu kommen. Dabei habe ich Paare und Einzelpersonen aus allen Lebensbereichen betreut. Insbesondere professionelle Paare scheinen diesen zielstrebigen Ansatz zu schätzen. Ich berate auch weiterhin in allen Bereichen von Schwangerschaft, Geburt und Nachgeburtszeit, vor allem wenn es sich um tiefsitzende, emotionale Anliegen handelt.
Mein Beratungsansatz ist praktisch, fundiert und sachlich. Die Ergebnisse bringen Nutzen nicht nur für intime Beziehungen, sondern auch für persönliche Entwicklung, Selbstbewusstsein, Elternschaft, Freundschaften und für die Arbeitswelt. Meine Klienten müssen motiviert sein und durchaus bereit, herausgefordert zu werden. Die Atmosphäre ist entspannt und locker, es wird definitiv auch gelacht. Wir benutzen den Vornamen. Wir können gleichermaßen Deutsch und Englisch sprechen.
Ein Standard Therapie Plan streckt sich normalerweise ungefähr über drei Monate. Es beinhaltet forschende Gespräche, reflektive Zuhörübungen, pädagogische Komponenten und kurze Hausaufgaben für das Paar. Dabei geht der Therapist immer davon aus dass die Klienten ein Wissen haben wo das Problem liegt, es aber an Mut/Durchsicht mangelt dieses aufzudecken und zu benennen. So wird also der Spiegel hochgehalten und genauer hingeschaut. Dabei schaut vorwiegend jeder der Beteiligten in den eigenen Spiegel während der andere zuhört und beobachtet.
Jedes Gespräch dauert mindestens 1,5 Stunden. Besser sind 2 Stunden. Man kann tiefer eintauchen und mehr in Bewegung setzen. Auf Dauer gesehen ist das eine effektivere Methode, die von allen Beteiligten aufgebrachte Zeit und Energie gewinnbringend zu nutzen.
Wenn Paare irgendwann dann doch Hilfe suchen, haben sie oft schon jahrelang mit den Störungen in der Beziehungsdynamik gelebt. Sie verstehen, dass die Thematiken nicht in ein paar Stunden beigelegt werden können. Was passiert wenn sie nichts tun, ist ihnen schmerzlich klar. Jetzt einmal richtig zu investieren, kann ungemein stärkend sein und für den Rest des Lebens Dividenden zahlen. Selbst wenn die Therapie vielleicht manchmal unverhoffte Reaktionen hervorbringt, wird der einzelne mit einem guten Verständnis und einer soliden Basis daraus hervorgehen. In Zukunft wird es meinen Klienten möglich sein, weitaus zweckdienlicher mit einer ganzen Reihe von Situationen im täglichen Leben umzugehen.
Die Kosten sind €80 pro Stunde.
